Schubladen

In einer Welt, die so gerne Etiketten verteilt, sollten wir die Einzigen sein, die uns in Schubladen stecken dürfen. Denn wer kennt uns besser als wir selbst? Die Labels, die wir uns selbst geben, sind die einzigen, die wirklich zählen. Sie geben uns die Macht, unsere Identität zu formen. Denn wenn ich selbst darüber entscheide, wer ich bin und was mir wichtig ist, kann ich authentisch sein und meinen eigenen Grundsätzen und Idealen folgen, statt mich von der Meinung anderer abhängig zu machen.

Und mehr noch. Mein eigenes Label ist wie ein Kompass für mein Selbstbewusstsein. Wer möchte ich sein? Wie möchte ich sein? Wie kann ich zu der Person werden, die ich gern verkörpern möchte? Es ist eine ständige Erinnerung, meine Motive und Leitbilder regelmäßig zu hinterfragen und zu überprüfen, ob ich noch auf Kurs bin. Mein Label verleiht mir außerdem ein Gefühl der Zugehörigkeit und Sicherheit. Es erlaubt mir, mich selbst anzunehmen und meine Erfolge zu feiern, ohne Bestätigung von außen als Antriebskraft zu brauchen.

Und ja, Labels können sich ändern und entwickeln. Sie sind nicht in Stein gemeißelt, sondern bieten uns die Möglichkeit, unsere Identität zu erforschen und zu gestalten. Was für ein wunderbares Geschenk! Zu oft höre ich Menschen, die sich selbst auf ein „nur“ reduzieren. Sie sagen Dinge wie, „Ich bin nur ein Büroangestellter“ oder „Ich habe nur einen Realabschluss“. Doch warum „nur“? Jede Erfahrung, jeder Schritt auf meinem Weg ist wertvoll und verdient Anerkennung. Mein Label erinnert mich daran, dass ich selbst darüber entscheide, wie ich meine Erfahrungen bewerte und meinen Erfolgen gegenüberstehe. 

Ich habe die Macht meiner eigenen Labels erkannt und erlaube mir, an ihnen zu wachsen und mich mit ihnen zu verändern. Damit bin ich letztlich Schöpferin meiner eigenen Identität und das ist etwas, das mir niemand wieder nehmen kann.