
Ich träume davon, eines Tages ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Und ich erzähle das seit über zwei Jahren jedem, der es nicht hören will. Ehrlich gesagt kann ich mir selbst schon nicht mehr zuhören. Trotzdem rede ich weiter darüber, weil ich fest daran glaube, dass dieser Traum wahr werden kann. Doch genau das macht es auch so verdammt schwer.
Es gibt Tage, da fühlt sich die Bestellerliste zum Greifen nah an. An solchen Tagen sprudelt die Kreativität nur so aus mir heraus, die Worte fließen wie ein unaufhaltsamer, wunderschöner Wasserfall. Alles ergibt einen Sinn und ich kann gar nicht genug davon bekommen, meine Gedanken aufzuschreiben.
Doch dann gibt es diese anderen Tage. Tage, an denen meine inneren Kritikerinnen eine fette Party feiern und jeden einzelnen Satz auseinanderfetzen. An solchen Tagen sitze ich vor meinem Laptop und starre auf den blinkenden Cursor, der mir glaubhaft einredet: „Du kannst das nicht. Du bist keine Autorin. Wer will deinen Mist schon lesen?“ Meine Gedanken sind dann voller Unsicherheiten und Selbstzweifel und selbst das Schreiben eines einzigen Satzes wird zu einer epischen Herausforderung. In meinem Kopf verweigern die Buchstaben, sich zu einem Wort zu verbinden, geschweige denn, als Satz auf dem Papier zu erscheinen.
Es ist eine ständige Achterbahnfahrt zwischen Euphorie und Verzweiflung. An einem Tag sehe ich mich eine Lesung abhalten, bei der die Leute Schlange stehen, um ein signiertes Exemplar zu ergattern. Am nächsten Tag will ich am liebsten all meine Entwürfe löschen und einen ganz anderen Beruf finden, bei dem ich nie wieder ein Wort verwenden muss. Vielleicht Gärtnerin? Pflanzen sprechen nicht zurück und Worte sind nicht notwendig, um sie zu pflegen.
Ich mag diese Tage nicht, aber sie machen mich menschlich, sie machen mich echt. Und vielleicht, nur vielleicht, ist es genau das, was meine Geschichten am Ende doch lesenswert macht. Also schreibe ich weiter, durch all die Hochs und Tiefs, denn irgendwo zwischen den Selbstzweifeln und den triumphalen Momenten liegt mein Bestseller. Hoffentlich. Eventuell. Vielleicht auch nicht. Doch. Bestimmt!
