
Vor nicht allzu langer Zeit verschwammen die Tage zu einer endlosen grauen Masse und nichts schien von Bedeutung zu sein. Mein Leben fühlte sich ausnahmslos sinnfrei und anstrengend an. Es war, als hätte ich das Interesse an allem verloren, was mich einst erfüllt hat. Jeder Tag war eine Herausforderung und die Idee, sich für irgendetwas zu interessieren, erschien mir fremd und fern.
Doch dann, nach und nach, begann sich etwas zu ändern. Ein kleiner Funke kitzelte mich, bis daraus ein Licht der Hoffnung wurde, das mir den Weg aus der Sinnlosigkeit leuchtete. Es dauerte lange, doch irgendwann ging es mir tatsächlich besser. Ich bemerkte es an meinem aufkeimenden Interesse. Ich begann zu realisieren, wie unglaublich es sich anfühlte, mich wieder für das Leben, für mich selbst und für all die verrückten und wundervollen Dinge um mich herum zu interessieren. Mir war nicht klar, was mir alles gefehlt hatte, bis ich es wieder spüren konnte: Neugierde, Abenteuerlust, Freude, Sinn.
Doch ganz ehrlich. Es war ein langer Weg dorthin, gepflastert mit unzähligen Fragen, unschönen Antworten, bitteren Tränen, harten Rückschlägen und mühsamer innerer Arbeit. Dennoch habe ich mich mit all dem auseinandergesetzt und tue es noch immer regelmäßig. Früher habe ich Persönlichkeitsentwicklung als Nonsens abgetan und geglaubt, das wäre nur leeres Gerede. Aber es gibt so viele Wege, sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen, dass sicher jeder etwas finden kann, was weiterhilft. Wenn man die Fähigkeit, sich für etwas zu interessieren, einmal verloren hat – so wie ich – schätzt man die Möglichkeiten, die sich einem beim Wiederfinden bieten, umso mehr.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Nutze die Chance, an und mit dir selbst zu arbeiten. Nimm, was dein Leben dir bietet, und mache das Beste daraus. Gib auch unangenehmen Gefühlen Raum, akzeptiere graue Tage, sprich darüber, statt alles stillschweigend herunterzuschlucken, und vor allem, sei freundlich zu dir selbst. Niemand ist perfekt und das ist völlig okay.
