Zufriedenheitslevel: Tzatziki

Ich halte nicht viel vom Glücklichsein. Glück ist kurz und flüchtig. Es lässt sich nicht festhalten und verschwindet, kaum dass man sich ihm bewusst geworden ist. Ich mag Zufriedenheit. Und vielleicht fühlt sich Zufriedenheit genauso an: Mal eben kurz die Dorfstraße zur Taverne runterlaufen, zwei Portionen Tzatziki kaufen, die Dorfstraße wieder hoch zur kleinen kretischen Villa und sich darauf freuen, dass meine Kinder Brot in der Pfanne geröstet haben. Frisches, geröstetes Pfannenbrot für leckeren, frisch zubereiteten kretischen Tzatziki.

Die Sonne küsst ein letztes Mal für heute die Bergspitzen der White Mountains, und mein Tzatziki und ich laufen gemeinsam die Dorfstraße hinauf. Rechts der Blick auf dieses unglaubliche Hobbit-Herr-der-Ringe-Gebirge. Auf der linken Seite verschiedene Pflanzenarten, die ich nicht benennen kann, soweit das Auge reicht. Pflanzenköpfchen, die sich sanft im Wind wiegen. So sanft, wie sich die Dorfstraße den Berg hinaufschlängelt. Oben angekommen, blinzeln mir die Fenster der kretischen Villa zu, wie Augen, freudig erregt, mich wiederzusehen: „Hallo, wie schön, da bist du ja wieder. Oh, du hast Tzatziki dabei …“

Ja, ich denke, ungefähr so fühlt sich Zufriedenheit an. Nicht Glück. Denn das hier ist kein flüchtiger Moment. Das hier ist ein Gefühl, das einsinkt, von der Haarwurzel bis zum kleinen Zeh. Es breitet sich im gesamten Körper aus und verweilt dort, bis ein neuer Tag anbricht.