
Beim Wort „Winter“ musste ich gerade an ein besonderes Ereignis in meiner Kindheit denken. Es gab da mal ein Jahr, in dem ich mit meinen Eltern zu einer Baumfarm (nennt man das so?) gefahren bin. Wir wandelten durch unzählige Bäume aller Größen und suchten uns schließlich einen Baum aus. Dieser sollte an Heiligabend Glanz in unser Wohnzimmer und in meine Augen bringen. Was Weihnachten betrifft, war ich als Kind eine große Träumerin. Und den eigenen Weihnachtsbaum zu schlagen, das hatte etwas Märchenhaftes. Haben wir den Baum selber geschlagen? Ich weiß es nicht. Aber es gab Kinderpunsch und die Kofferraumklappe ging nicht richtig zu, weil der Baum zu groß war. Ich glaube, er hat auch nur ganz knapp ins Wohnzimmer gepasst. Ich mochte seinen Duft und die Tatsache, dass ich ihn unter all den anderen Tannenbäumen erwählt hatte. Keine leichte Entscheidung. In meiner Erinnerung war es zudem sehr kalt und lag da auch etwas Schnee? Bestimmt. Vorweihnachtszeit, Schnee, Tannenbaum schlagen – ein ganz normaler Kindertraum. Warum wir das nicht jedes Jahr gemacht haben, weiß ich nicht, aber so ist mir diese Erinnerung als einzigartig in Erinnerung geblieben. Vielleicht war dies sogar im selben Jahr, in dem ich entscheiden durfte, welche Kugelfarbe an den Baum gehängt wird. Ich entschied mich für bunt und hängte einfach alles an diesen wunderbaren Tannenbaum, was ich finden konnte. Mein Vater ist total ausgeflippt, weil er immer nur eine Farbe am Baum haben wollte. Aber ehrlich, nur eine Kugelfarbe? Wie öde ist das denn? Ich kann auf jeden Fall mit Fug und Recht behaupten, den Winterglanz ins Wohnzimmer geholt zu haben.
