Lauf nicht kopflos umher

Als Kind spielte ich oft dieses eine Spiel – Zelda. Darin musste man ständig etwas suchen und finden, um es später einzutauschen und mit der Story voranzukommen. Damals gab es noch kein Internet, gefüllt mit Komplettlösungen und Walk-Through-Videos. Dadurch konnte ich Gegenstände nur finden, wenn ich die komplette Map ablief. Streifzüge über die gesamte Karte also. Ziemlich bald kannte ich jeden Weg, jede Abkürzung, jedes Versteck. Nach diesem spielte ich noch viele weitere Spiele aus dem Zelda-Universum und das Prinzip blieb dasselbe: Lauf nicht kopflos umher, erkunde die Karte systematisch. Meine früh ausgebildeten Fähigkeiten, die Map in meinem Kopf abzuspeichern, wirken sich bis heute positiv auf mein Leben aus. Ich verlaufe mich praktisch nie. In meinem Kopf schließen sich die Wege, die ich laufe oder fahre, zu einer Karte zusammen, so dass ich meist ziemlich genau weiß, wo ich entlang muss, auch wenn ich erst einmal hier war. Ich finde es auch nach wie vor spannend, umher zu steifen und zu schauen, wo dieser und jener Weg hinführt, um die Kopfkarte zu vervollständigen. Eine praktische Fähigkeit, vor allem in fremden Städten und Ländern, die mir immer gute Dienste geleistet und mich in so manchem Abenteuer begleitet hat. Vor allem beim Wandern. Ich freue mich bereits jetzt darauf, im nächsten Jahr wieder neue Wege zu gehen und meine innere Karte zu erweitern.