Bumm-bummbumm

Ich mag, wenn es regnet. Am liebsten sitze ich dann drinnen, im Warmen, mit einer leckeren Tasse Tee und schaue aus dem Fenster. Ich wohne im zweiten Stock an einer geschäftigen Kreuzung, und wenn es regnet, sieht es aus, als würde jemand einen Film vorspulen. Die Menschen auf der Straße laufen dann schneller, schieben hektisch ihre Kinderwagen ins Trockene oder ziehen an ihren Hunden. Ist der Regen vorbei, läuft der Film wieder in normaler Geschwindigkeit. Wenn es draußen bereits dunkel ist, also im Prinzip den ganzen November über, verzaubert vor allem der Nieselregen meine Straßenkreuzung in eine glitzernde Schönheit. Straßenlaternen brechen sich in den vielen Wassertropfen und lassen Autos, Beton und Schilder funkeln. Ab und an huscht noch ein Mensch über die Straße oder fährt ein Fahrrad klappernd vorbei. Doch abgesehen davon bleibt es still draußen, während alles friedlich glitzert. Wird aus dem Nieselregen mehr, kann ich die Regentropfen auf meinem Fensterbrett tanzen hören. Bumm-bummbumm, bumm-bummbumm, immer im selben Rhythmus vollführen sie ihre Choreographie und schunkeln mich mit sich im Takt, bis mir beinahe die Augen zufallen.