Ein Wunsch

Als ich die Tür öffnete, war es draußen bereits dunkel. Von der Haustür führte ein Lichterpfad den kleinen Berg hinauf. Der Abstand der Kerzen zueinander beleuchtete gerade so den Weg. Ich zog meine dicke Jacke enger an meinen Körper und begann, den Berg hinaufzulaufen. Oben erwarteten mich noch mehr Kerzen. Sie waren in einem Muster angeordnet, das ich nicht kannte, aber an ein Labyrinth erinnerte. Das Muster hatte eine Öffnung, durch die ich treten konnte. Das Papier in meiner Hand raschelte leise. Von den leuchtenden Kerzen geführt, folgte ich dem Labyrinth bis zu seiner Mitte, in der ein kleines Feuer brannte. Langsam näherte sich meine Hand den Flammen und ließ das Papier hineinfallen. Ein Wunsch. Nur einen würde ich den Göttern so mitteilen dürfen. Ob er erfüllt wird, entschieden sie allein. Ich schickte ein kurzes Dankesgebet hinterher und machte mich dann langsam wieder auf den Weg zurück. Außerhalb des Kerzenlabyrinthes reihte ich mich in die Gruppe derer ein, die ihren Wunsch freigegeben hatten. Sie sangen ein Lied, dessen Text erst jetzt meinen Verstand erreichte. Es waren alte Worte, mit denen die Götter gebeten wurden, gnädig zu sein und unsere Bitten anzuhören. Leise erklang meine eigene Stimme, während ich die nächste Person beobachtete, die nun, mit einem Stück Papier in der Hand, das Lichterlabyrinth betrat.